Die Haarwäsche mit Seife erfordert eine gewisse Umgewöhnungszeit für die Kopfhaut (diese muss sich erst darauf einstellen, dass sie nicht mehr so schnell "nachfetten" muss), vor allem, wenn vorher mit konventionellen Shampoos gewaschen wurde (Silikone und andere Hilfsstoffe im Shampoo legen sich wie ein Mantel um das Haar , gaukeln eine gesunde und kräftige Struktur vor. Leider kommt durch diese Barriere die Pflege nicht mehr beim Haar an, Feuchtigkeit und Öle können nicht aufgenommen werden. Die Folge können unentdeckte Haarschäden sein.)

 

Oft ist erst nach Wochen ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt, es lohnt sich wirklich! Erfahrungsgemäß trocknen die Tenside in den Shampoos die Kopfhaut sehr aus, die Folge können Schuppen, Jucken und ein schnelles Nachfetten sein. Im Gegensatz zum ständig fettigen Haaransatz sind die Längen und vor allem die Spitzen meist viel zu trocken und nehmen davon Schaden.

 

Dies alles kann sich nach der Umgewöhnung mit Haarseife deutlich bessern! Generell sollte mit einer eher niedrigen Überfettung begonnen werden (speziell hierfür habe ich meine Haarseife "Mutter Erde" konzipiert), später wird die Überfettung (das heißt der Anteil an unverseiften Ölen) gesteigert, um den Haaren eine maximale Pflege zukommen zu lassen. Eine Haarwäsche mit höher überfetteter Seife kann auch an und ab als "Kur" zwischendurch durchgeführt werden, wenn sonst eher mit niedrigerer Pflege gewaschen wird.

 

Nach der Haarwäsche mit Seife empfehle ich die Spülung mit einer "sauren Rinse", diese neutralisiert den ph-Wert der Kopfhaut, macht das Haar weich, glänzend und kämmbar und beugt Kalkablagerungen ("Kalkseife" - hier reagiert die Seife mit dem Kalk im Wasser) vor.

 

Die "richtige" Zusammensetzung der Rinse muss jeder für sich selbst finden, denn hier gibt es leider keine "Pauschalempfehlung".

Ein mögliches Rezept wären z. B. 1 bis 2 EL Apfelessig oder Zitronensaft auf 1 Liter Wasser oder Tee. Bei sehr hartem Wasser sollte die Konzentration der Säure erhöht werden. Die saure Rinse kann wieder ausgewaschen werden oder im Haar verbleiben, allerdings kommt es hier manchmal zu Austrocknung. Manche verzichten sogar ganz auf die saure Rinse, wenn es der Kalkgehalt im Wasser zulässt.

 

 

Haarseifen-Kurzanleitung:

 

Das A und O bei der Seifenwäsche ist genügend Schaum! Nur wenn die Haare ausreichend nass sind, kann die Seife richtig schäumen. Oft hilft es, die Seife immer wieder ins Wasser zu tauchen, während aufgeschäumt wird.

Unmittelbar danach mit viel Wasser auswaschen, sonst können Rückstände von der Seife im Haar zurück bleiben und dieses verkleben.

Mit kühlem Wasser hinterher spülen, ggf. eine saure Rinse anwenden, fertig.

Bei sehr trockenen Spitzen hat es sich bewährt, einige wenige (!) Tropfen Öl in das noch feuchte Haar einzuarbeiten.